Kaminofen, Kamin- und Kachelöfen

Tipps & Tricks

Vielen alten Kaminöfen droht die Außerbetriebnahme

Der Ofen ist aus! Alte Kaminöfen, Kachelkamine und Kachelöfen werden Ende 2017 stillgelegt

| 4 Kommentare

Viele alte Feuerstätten wie Kamine, Kaminöfen, Kachelöfen erfüllen die aktuellen Anforderungen der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) nur noch bis zum 31.12.2017. Doch welche Feuerstätten sind betroffen und welche nicht? Ein Blick auf das Typenschild hilft weiter. Auf dem Typenschild ist das Prüfdatum vermerkt. Dieses Prüfdatum in Verbindung mit den Immissionswerten ist ausschlaggebend für den weiteren Betrieb oder die Stilllegung der Feuerstätte.
Wenn Ihre Feuerstätte vor/bis zum 31.12.1984 geprüft wurde und die Grenzwerte überschritten werden, wird die Feuerstätte am 31.12.2017 außer Betrieb genommen. Keine Regel ohne Ausnahmen. Bei einigen Feuerstätten ist eine längere Nutzung möglich.
Wann darf eine Feuerstätte über 2017 hinaus betrieben werden?

  1. Die Feuerstätte erfüllt nachweislich die für den Bestandsschutz maßgeblichen Grenzwerte. (Kohlenmonoxid (CO): 4000 mg/m³ und Staub: 150 mg/m³)
  2. Liegt kein Staubwert vor, reicht ein Nachweis von einem CO-Wert von max 1500 mg/m³
  3. Der Schornsteinfeger nimmt eine Einstufungsmessung vor. Die folgenden Werte dürfen nicht überschritten werden: CO: 4000 mg und Staub: 150 mg)

Wann wird eine Feuerstätte stillgelegt?

Die Gesetzgebung sieht Übergangsfristen vor. Je nach Alter der Feuerstätte verbleibt mehr oder weniger Zeit, die Feuerstätte gegen eine modernere und effizientere Kaminanlage zu tauschen.
Das Datum auf dem Typenschild ist ausschlaggebend für den Zeitpunkt der Nachrüstung oder Außerbetriebnahme. Die Außerbetriebnahme wird in mehreren Stufen umgesetzt:

  • 31. Dezember 1974 oder Datum nicht mehr feststellbar 31. Dezember 2014
  • 1. Januar 1975 bis 31. Dezember 1984 31. Dezember 2017
  • 1. Januar 1985 bis 31. Dezember 1994 31. Dezember 2020
  • 1. Januar 1995 bis einschließlich 21. März 2010 31. Dezember 2024

Welche Ausnahme ist für einen weiteren Betrieb des Kamins möglich?Alte Oefen werden stillgelegt - BImSchV

Wenn keine der oben genannten Bedingungen erfüllt wird, ist ein Betrieb als offener Kamin (wenn die Feuerstätte dafür geprüft wurde, Bauart A Prüfung) möglich. Das bedeutet, dass der Ofen nur noch gelegentlich an acht Tagen im Monat für fünf Stunden betrieben werden darf. Dafür darf an der Feuerstätte keine selbstschließende Feuerraumtür montiert sein und er muss als offene Feuerstätte geprüft sein! Die Tür muss beim gelegentlichen Betrieb geöffnet bleiben. Da bei einem solchen Betrieb die Verbrennung unkontrolliert abläuft und ein Großteil der erzeugten Wärme zum Schornstein hinaus „geblasen“wird, sind solche Feuerstätten reine „Show-Kamine“. Die unkontrollierte Verbrennung benötigt wesentlich mehr Sauerstoff. Aus diesem Grund muss öfters gelüftet werden. Das lässt den Nutzwert und den Wirkungsgrad weiter absinken. Die Belastung für die Umwelt ist enorm hoch und steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Sinnvoller Austausch alter Kamine, Kaminöfen und Kachelöfen

Moderne Feuerstätten nutzen Brennstoff viel effektiver als alte Öfen. Eine holzbetriebene Feuerstätte erreicht heute einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Die Belastungen für die Umwelt liegen bei aktuellen Kaminen um ein vielfaches niedriger als bei Öfen aus „Omas“ Zeiten. Durch die besseren Immissionswerte, die moderne Technik und durch den geringen Verbrauch rentiert sich eine neue Feuerstätte innerhalb kürzester Zeit. Ein wichtiger Aspekt für eine Neuanschaffung ist oft die Optik. Meist passen die alten Kamine nicht mehr in das aktuelle Wohnambiente. Der Austausch der alten Feuerstätte ist eine perfekte Gelegenheit ein sehenswertes Kamin-Highlight zu setzen.

Die Umrüstung alter Feuerstätten lohnt sich nicht.

Eine Umrüstung alter Feuerstätten ist meist nicht möglich. Um die strengen Grenzwerte einhalten zu können, ist in der Regel ein großes Maßnahmenpaket nötig. Die Luftzufuhr, die Rauchgasführung, Feuerraumauskleidung, Feuerraumgeometrie sind nur einige Parameter die angepasst werden müssen. Ein solcher Umbau ist technisch nicht umsetzbar. Ein so umfassender Umbau würde die Betriebserlaubnis der Feuerstätte erlöschen lassen. Die Feuerstätte muss erneut geprüft und zugelassen werden. Dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Hier ist eine Neuanschaffung rentabler und eine bessere Investition in die Zukunft.

Können Feuerstätten mit Filtern nachgerüstet werden?

Alte Kaminoefen zeitig austauschenDie Nachrüstung mit einem Filter innerhalb des Brennraums ist eine bauliche Veränderung. Sie führt zum Erlöschen der Betriebserlaubnis der Feuerstätte. Wie bei den anderen Maßnahmen müsste die Feuerstätte komplett geprüft werden, um die Betriebserlaubnis wieder zu erlangen. Weniger problematisch dafür sehr kostenintensiv sind Filter, die im Rauchrohr oder Schornstein installiert werden. Diese Filter sind sehr teuer und mit einem erheblichen Installations- und Wartungsaufwand verbunden. Überlegen Sie ob eine Umrüstung wirtschaftlich sinnvoll ist.

Wo sind zusätzliche Infos zum Thema „Stilllegung von Feuerstätten“ zu finden?

In der Bundes-Immissionsschutzverordnung sind weitere Informationen zu dem Thema Stilllegung von Feuerstätten zu finden. Insbesondere im §26 der 1. BImSchV. Auch auf dem Feuerstättenbescheid des Bezirksschornsteinfegermeisters sind weitere Informationen zu finden
Auf der HARK-Homepage ist eine Liste zum Thema BImSchV mit allen Hark-Feuerstätten hinterlegt. Die Liste ist aufgeteilt in aktuelle Feuerstätten und nicht mehr im Lieferprogramm befindliche Feuerstätten.

Worauf ist noch zu achten?

Wenn Feuerstätten die minimalen Grenzwerte(Kohlenmonoxid (CO): 4000 mg/m³ und Staub: 150 mg/m³) erreichen und diese bereits angeschlossen und vom Schornsteinfeger abgenommen sind, besteht ein Bestandsschutz. Das bedeutet, solange die Feuerstätte angeschlossen bleibt, kann sie unbefristet betrieben werden. Soll eine solche Feuerstätte an einem anderen Ort aufgestellt und angeschlossen werden, ist das nicht mehr möglich. Der Schornsteinfeger wird in diesem Falle die Abnahme verweigern. Das ist besonders wichtig beim Kauf von gebrauchten Öfen.

Zu diesem Thema ist hier ein ganzer Artikel zu finden: Kaminöfen gebraucht kaufen!

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Autor: Michael Kozlowski

Ich bin Worldwideweb-User der ersten Stunde und arbeite seit über 20 Jahren für das Duisburger Traditionsunternehmen Hark. Ich schreibe hier zum Thema Kamine und Kachelöfen. Gerne greife ich Fragen oder Themenvorschläge von euch auf.

4 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Kozlowski,
    Eine Feuerstätte, die als geschlossener Kaminofen zugelassen ist, und die Bauart 1 hat, darf nicht als offene Feuerstätte genutzt werden. weil das wäre eine Nutzungsänderung. Dafür hat diese Feuerstätte keine Zulassung.
    Ein anderes Problem bei gebrauchten Feuerstätten ist, das das Alter oft nicht ermittelt werden kann, weil das Typenschild nicht mehr vorhanden ist, Der Hersteller nicht mehr besteht. Oder aus dem Typenschild nicht klar zu erkennen ist, wann genau die Feuerstätte geprüft wurde.
    Eine Untersuchung im August 2016 durch http://www.sicherer-ofenkauf.de ergabt, das 80% aller gebrauchten Einzelraumfeuerungsanlagen die über ebay.de und ebay-kleinanzeigen.de verkauft werden, nicht über einen Nachweis verfügen, das sie die 2. Stufe der BImSchV. erfüllen.
    Oft wußten selbst auf Nachfrage die Verkäufer nicht, wer ist der Hersteller und um welches Modell handelt es sich.
    Fazit. vom Kauf gebrauchter Einzelraumfeuerungsanlagen, wie einem Kaminofen kann in den meisten Fällen abgeraten werden. Weil oft wird nur der Schrott der anderen verkauft, auf Grund, das der Ofen NICHT mehr die Norm der BImSchV. erfüllt.

    • Hallo Herr Klaucke,

      Sie haben natürlich Recht. Der alte Heizeinsatz muss für einen offenen Betrieb geprüft sein. Viele Firmen haben damals beide Arten (offener und geschlossener Betrieb) prüfen lassen. Diese Lösung stellt sicherlich auch nur eine Notlösung dar.

      Viele Grüße

      Michael Kozlowski

  2. Hallo, habe einen runden Ofen im Wohnzimmer der mir ziemlich Probleme macht,
    Habe erst kürzlich die Dichtung an der Verglasung gewechselt, da die alte defekt war. Gestern hatte ich Feuer gemacht, da hat sich Kondenswasser gebildet, das aus den Ritzen der Rohre -die ineinander stecken- lief. Ziemliche Sauerei überall. Der Ofen hat auch nicht gezogen, wenn man die Tür öffnete, kam schwarzer Qualm heraus und die Glasscheibe ist total schwarz. Ich zünde den Ofen mit Kaminanzünder an. Was kann ich tun, das der Ofen zieht, oder das Kamin. Rohre sind frisch geputzt.

    • Hallo Angelika,

      bei den steigenden Außentemperaturen wird es immer schwieriger einen vernünftigen Schornsteinzug aufzubauen. Damit der Schornstein ordentlich zieht, muss schnell eine hohe Temperatur erreicht werden. Du solltest also zum Anzünden reichlich kleines Anzündholz auf die Holzscheite legen. Wenn das nicht ausreicht, kannst du an der Schornsteinsohle eine kleines Lockfeuer entfachen. Dazu knüllst du einige Blatt Papier zusammen und entzündest es. Sofort danach musst dann der Ofen angezündet werden.Bei dem Kondenswasser würde ich auf Holz mit einer zu hohen Restfeuchte tippen. Das könnte ebenfalls der Grund sein, warum der Ofen nicht vernünftig gebrannt hat. Wenn das Holz zu feucht ist, geht ein Großteil der Wärme für das Verdunsten des im Holz enthaltenen Wassers verloren. Der Ofen brennt schlecht, es bildet sich Kondensat und die Scheibe wird schwarz.

      Zum Anzünden haben wir ein kurzes Anleitunsvideo: https://youtu.be/RON-LZfUlZY

      Viele Grüße

      Michael Kozlowski

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