Kaminofen, Kamin- und Kachelöfen

Tipps & Tricks

Verrußte Scheibe am Kamin

Verrußte Scheibe am Kamin oder Kaminofen und wie kann ich das verhindern?

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Viele Kaminbesitzer glauben, dass mit Ihrer Feuerstätte etwas nicht stimmt, wenn sich Ruß an der Sichtscheibe niederschlägt oder Rauch aus dem Feuerraum austritt. Die Ursachen sind jedoch meist in äußeren Umständen oder falscher Bedienung zu suchen. Alle Feuerstätten welche in Deutschland erhältlich sind, werden vor ihrer Serienfertigung von einer unabhängigen Prüfstelle auf Herz und Nieren geprüft, so dass die Funktionstüchtigkeit gewährleistet ist. Es werden alle Brandsicherheitsaspekte und die Konformität mit den strengen Umweltgrenzwerten überprüft. Ein Kaminofen oder ein Heizeinsatz der konstruktive Mängel aufweist, erhält keine Zulassung. Gefährliche konstruktive Mängel lassen sich so ausschließen.

Verrußte Scheibe am KaminVerrußte oder verschmutze Sichtscheibe an Kaminöfen oder Kaminen

Verbrennungsrückstände, die an den Sichtscheiben niederschlagen, können mehrere Ursachen haben. Oft handelt es sich dabei nicht um einen technischen Defekt der Feuerstätte. Meist liegt der Grund für die Verschmutzung der Kaminscheibe woanders. Oft sind es Kleinigkeiten, die den Spaß am eigenen Kamin trüben. Wir haben die häufigsten Ursachen für verschmutzte oder verrußte Kaminscheiben übersichtlich zusammengestellt.

Häufige Ursachen sind:

  1. Zu starke Drosselung der Verbrennung, zu wenig Luftzufuhr, zu wenig Brennstoff. Ruß braucht ca. 300°C um zu verbrennen.
  2. Falsche Einstellung der Luftregler. Holz wird überwiegend mit Luft von oben verbrannt (Sekundär- und Tertiärluft), Kohle hingegen mit Luft von unten (Primärluft).
  3. Brennstoffqualität und Brennstoffart: Brennstoff mit zu hoher Restfeuchte (>20%) verbrennt schlecht und erzeugt viele Rückstände. Kohle enthält mehr Schwefelanteile als Holz. Nadelholz hat mehr Harzanteile als Laubholz.
  4. Falsche Brennstoffgröße und Anordnung: Holz soll möglichst liegend im Glutbrett verbrannt werden (kein Hohlbrand). Das Anzünden erfolgt von oben nach unten (Kleinholz über Scheite platzieren).
  5. Zufuhr ausreichender Verbrennungsluft: Über die Räumlichkeiten oder eine Verbrennungsluftleitung aus dem Freien, muss genügend Verbrennungssauerstoff, ohne großen Widerstand, bereit gestellt werden. Die Dichtigkeit des Gebäudes, die Größe des Aufstellraums, Länge und Richtungsänderungen in der Luftleitung sind dabei wichtige Faktoren, die dazu führen können, dass der Widerstand für die Luftzufuhr im Verhältnis zur Kraft (Zug) des Schornsteins zu hoch wird. Besondere Beachtung muss Lüftungsanlagen geschenkt werden, die im Aufstellraum einen Unterdruck erzeugen können (Dunstabzugshaube, kontrollierte Wohnraumlüftung).
  6. Ableitung der Rauchgase: Für die Ableitung der Rauchgase ist wesentlich, dass das Abgassystem (Rauchrohr und Schornstein) zunächst mit genügend Brennstoff und geöffneten Luftreglern auf Betriebstemperatur gebracht wird. Für die dauerhaft gute Funktion sind die Länge und Bauart von Rauchrohr und Schornstein sowie die Lage der Schornsteinmündung wichtige Faktoren.
  7. Papier, behandelte Hölzer und Müll haben in der Feuerstätte nichts zu suchen.
  8. Der Kamin/Kaminofen und der Abgasweg müssen, je nach Nutzungsintensität, genügend oft gereinigt werden.

Ausreichend Verbrennungsluft zuführen

Sekundärluft - Verrußte Scheibe am KaminGanz ohne Niederschlag von Verbrennungsrückständen geht es zumeist auch unter den besten Bedingungen nicht. Wie viel Niederschlag entsteht, ist neben den vorgenannten Bedingungen natürlich auch von der Brennraumgröße und der technischen Konstruktion von Feuerraum, Auskleidung und Verbrennungslufteinspeisung abhängig. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Kaminofenbesitzer dazu neigen die Sauerstoffzufuhr zu stark zu drosseln. Wie schon erwähnt, ist es besser die Leistung der Feuerstätte über die Holzmenge zu steuern.

 

Es gibt Anhaltspunkte, an denen eine gute Verbrennung erkennbar ist:

  • Das Holz brennt mit langer, deutlich sichtbarer Flamme.
  • Die Abgasfahne ist nicht oder kaum zu sehen.
  • Es entsteht eine feine, weiße Asche.

Folgende Indizien deuten auf eine nicht optimale Verbrennung hin:

  • Im Feuerraum der Feuerstätte bilden sich starke Teer- und Rußablagerungen.
  • Die Asche ist dunkel verfärbt und hat somit einen hohen Anteil an unverbranntem Brennstoff).
  • Die Rauchfahne ist besonders weiß (feuchtes Brennmaterial) oder besonders dunkel.

Unser Tipp gegen verrußte Scheiben am Kamin:

Verrußte Scheibe am KaminDie meisten modernen Feuerstätten verfügen über eine Sekundärluftregelung. Damit die Scheibe und Feuerraumauskleidung frei von Ablagerungen bleibt, darf diese nicht geschlossen werden. Das Holz sollte immer genügend Sauerstoff für eine optimale Verbrennung zur Verfügung haben. Nur dann kann es sauber und ohne Rußbildung verbrennen. Für eine rußfreie Kaminscheibe ist die Restfeuchte des verwendeten Brennholzes ebenfalls von großer Wichtigkeit. Beträgt die Restfeuchte mehr als 20 % muss ein großer Teil der bei der Verbrennung frei werdenden Energie für die Verdunstung des hohen Wassergehalts aufgewendet werden. Daraus resultiert eine geringere Verbrennungstemperatur und die Scheibe verrußt.

In ausführlicher Form gibt es hier noch ein PDF zum Thema Rückstandsbildung_auf_Glasscheiben

10 Kommentare

  1. Hallo,
    Ich bin Ofen Neuling und habe bei der Übernahme meiner neuen Wohnung auch einen dauerbrenner ofen von hark mit übernommen. Nun habe ich viel gelesen und auch die Anleitung sudiert aber werde nicht so richtig schlau daraus wie ich meinen Ofen richtig bedienen soll.
    Zum einen habe ich verstanden dass ich die Scheite so in die brennkammer legen muss damit die Schnittfläche nicht zur Scheibe zeigt. Ich lege zwei 25cm Scheite neben einander und darauf einen Anzünder. Über den Anzünder lege ich dann dünnere spaltholz so das die Scheite und das spaltholz kreuzweise liegen. Nun zünde ich den Anzünder an und schließe die tür.

    Die sekundärluft stelle ich auf auf. Die primärluft stelle ich ebenfalls auf auf. Wenn die Flammen richtig lodern und die Scheite beginnen sich zu schwärzen stelle ich die primärluft auf zu. Die sekundärluft lasse ich auf auf.

    Da ich nirgends eine Anleitung gefunden habe wie ich meinen abluftregler im Knie des Ofen Rohres einstellen muss , habe ich diesen in eine 45 Grad Stellung zu Rohr gebracht.

    Ich weiß leider nicht wann ich einen neuen Scheit nachlegen sollte. Daher mache ich das meist wenn ich sehe das die Flammen aus sind und ich noch eine Glut vorfinde. Dann lege ich einen oder zwei Scheite nach und stelle die primärluft auf auf. Die sekundärluft bleibt offen. Dann wenn auch diese Scheite angebrannt sind schließe ich die primärluft wieder.

    Dennoch verrust die sichtscheibe und die schmaottsteine so sehr das ich nur noch am oberen Rand in die brennkammer spitzen kann.

    Mein Holz ist Knochen trocken aber schon lange abgelagert. Vielleicht liegt es daran?

    Das ist sehr schade aber ich weiß nicht wie ich es besser machen kann. Für jede Hilfe bin ich dankbar.

    Liebe Grüße , Christian

    • Hallo Christian,

      du stellst die Primärluft zu früh auf „zu“ die erste Ladung Holz ist quasi ausschließlich dazu da um die Betriebstemperatur von Schornstein und Ofen zu erreichen. Da du die Luftzufuhr schon vorher drosselst, reicht die Temperatur im Brennraum nicht aus um in Verbindung mit der Sekundärluft die Scheibe rußfrei zu halten. Der Zeitpunkt zum nachlegen ist korrekt. Du solltest vor dem Auflegen die Primärluft ganz öffnen und erst dann wieder schließen wenn die neuen Holzscheite angebrannt sind und mit langer Flamme brennen.
      Wenn die Feuerraumauskleidung und die Scheibe rußfrei sind, kannst du die Primärluft schließen und die Sekundärluft so einregeln, dass die Flammen langsam und gleichmäßig ohne schwarze Ränder brennen. Die Flammen sollten maximal bis an die obere Umlenkplatte (oder Filter) brennen.

      Schau dir auch mal das Video hier an: https://www.youtube.com/watch?v=RON-LZfUlZY
      und vielleicht auch das hier: https://www.youtube.com/watch?v=OrPLWbl1HzY

      Viele Grüße

      Michael Kozlowski

      • Hallo Michael,

        Danke für den Tip, der war schon gold richtig! Die Schamottsteine sind nach einmal anfeuern schon wieder Frei von schwärze.
        Da die Brennkammer im Ofen so groß ist muss ich beim nächsten mal die Scheite noch besser platzieren damit auch der Rest weg geht.

        Aber zwei Fragen habe ich noch und würde mich über eine weitere Antwort sehr freuen.

        Zum einen habe ich jetzt ein problem mit dem Nachlegen. Wenn die erste Ladung Holz verbrannt ist bleibt wirklich nur feine weiße Asche zurück. Allerdings ist das fast schon zu wenig um noch mal einen bzw. zwei scheite damit anzufeuern. Ich glaube ich muss da einfach früher nachlegen. Soll ich dann beim zweiten anbrennen die Primärluft offen lassen bis die Scheite richtig angebrannt sind oder reicht es sie kurz einbrennen zu lassen und die Primärluft dann auf ZU zustellen?
        Woher weiß ich denn wann das Holz richtig angebrannt ist? Ich sehe wohl diesen schwarzen Rand der Flammen nicht richtig, bzw. mein ungeschultes Auge scheint das nicht richtig zu identifizieren.

        Zum anderen frage ich mich immer noch wie ich die Abluft am Ofenrohr einstellen muss. Weil mir eine alternative Information fehlt haben wir den Regler am Ofenrohr im Moment parallel zum Ofenrohr eingestellt.

        quasi so:
        | | |

        Von einem Kaminkehrer habe ich gehört man soll den Regler auf 45° zum Ofenrohr einstellen.

        quasi so:
        | \ |

        Was ist denn nun die Optimale Einstellung?

        Vielen Dank.

        Viele Grüße,
        Christian

        • Hallo Christian,

          du kannst auch schon Holz nachlegen, wenn die ersten Holzscheite fast herunter gebrannt sind. Wichtig: Primärluft öffnen, Tür entriegeln, ein paar Sekunden warten und die Tür dann langsam öffnen. So verhinderst du, dass Asche aufwirbelt und Qualm in den Aufstellraum gelangt. Der Schornstein muss Gelegenheit haben, auf die veränderten Druckverhältnisse reagieren zu können. Es reicht die Primärluft nur zum Anbrennen zu öffnen.

          Die Drosselklappe sollte im Normalfall immer geöffnet sein. Wenn dein Schornsteinzug allerdings so groß ist, dass der Ofen nicht vernünftig eingestellt werden kann, kannst du nach Gefühl die Stellung ändern. Eine Pauschale Einstellung mit der alles funktioniert gibt es leider nicht. Mit den Reglern muss immer ein wenig experimentiert werden, da sich die Zugverhältnisse immer wieder ändern können (Wetterlage, Temperatur und Wind beeinflussen die Funktionen des Schornsteins).

          Viele Grüße

          Michael Kozlowski

  2. Hallo, Michael!
    Seit einem Jahr berteibe ich einen Dovre Astro. Ich verwende ausschließlich Buchenholz. Beim Startvorgang öffne ich Primär- und Sekundärluft. Der Anbrand verläuft unproblematisch (Anzünden von o´ben nach unten).
    Im Verlauf des Abbrandes versuche ich, die Primärluft zu schließen und nur noch die Sekündärluft offen zu halten. dies gelingt allerdings überhapt nicht. Sobald ich die Primärluft ganz schließe, erlicht das Feuer. Zudem verrußen die beiden seitlichen Scheiben im Verlaufe des Abbrandes zunehmend.
    Die Bedienungsanleitung ist sehr ungenau, so dass ich nicht entnehmen kann, ob es eher richtig ist, die Primärluft doch immer zumindest etwas geöffnet zu halten.
    Nach Ende des Abbrandes befindet sich etwa zwei Drittel weiße Asche im Glutbett aber ebenso noch kleine verkohlte runde Holzreste.
    Heinz

    • Hallo Heinz,

      es ist für uns schwierig, Hinweise für ein Produkt zu geben, das wir nicht kennen. Daher können wir Dir nur allegemeine Hinweise geben. Wenn Du detaillierte Angaben möchtest, solltest Du Dich an die Fa. Dovre wenden.

      Im Allgemeinen ist es bei einer Holzfeuerstätte so, dass man zum Anfeuern sowohl Primär- als auch Sekundärluft benötigt. Das Anfeuern sollte mit klein gespaltenem Anzündholz erfolgen, um schnell Wärme im Kaminofen zu erzeugen. Wenn das System aus Kaminofen und Schornstein Betriebstemperatur erlangt hat, wird die Primärluftzufuhr vollständig geschlossen und der Abbrand nur noch über die Sekundärluftzufuhr geregelt. Normalerweise sollte das Feuer nicht erlischen, wenn die Primärluft nach der Anheizphase geschlossen wird. Auch sollten die Holzstücke nach dem Abbrand alle vollständig verbrannt sein. Die Gründe dafür können jedoch sehr verschieden sein. Daher sollte Dir die Fa. Dovre bei der Lösung des Problems helfen.

      Viele Grüße

      Joachim Zimmer

  3. Hallo, Joachim!
    Die Firma Dovre habe ich bereits kontaktiert. Diese verweist auf den Ofenbauer, der den Ofen installiert hat. Der Ofenbauer findet keine Mängel, der Schornsteinfeger findet keine Mängel. Auch andere Vertreiber des Ofens bestätigen, dass ich beim Anfeuern und beim Abbrand alles richtig mache (ich mache es genau so, wie es sein sollte.
    Gegenwärtig überlege ich, den Ofen zu verkaufen und einen neuen zu erwerben.

    Grüße
    Heinz

    • Hallo Heinz,

      Du solltest hier etwas hartnäckiger sein. Wenn der Ofen nicht funktioniert, liegt es zum einen an den äußeren Umständen (Schornsteinzug oder eventl. vorhandene Lüftungsanlagen) oder es liegt an der Technik des Ofens selbst. Wenn der Schornsteinfeger alle örtlichen Umstände geprüft und nichts feststellt, muss es entweder an der Funktion des Ofens oder der Bedienung liegen. Ist ein Fehler am Ofen muss der Hersteller helfen, bei der Bedienung der örtliche Händler.

      Viele Grüße

      Joachim Zimmer

  4. Hallo. Frage.
    ich habe einen wassgeführten Kaminofen von Hark wo die Scheiben und die Innenverkleidung ständig schwarz sind. Problem ist ich heize mit 2 Stücken Holz und Anmachholz auf wobei die Wassertemperatur bereits um die 70 Grad liegt. Pumpe steht laut Hark auf 2 kleinster Stufe weil man sonst ein extremes Rauschen am Ofen hört.
    Meiner Meinung nach kann dies aber so nicht ganz korrekt sein. Beim Kauf wurde anderes erzählt .
    gibt es da keine andere Lösung oder Vorschlag?

    • Hallo Mario,

      eine schwarze Scheibe ist im Regelfall auf einen der folgenden Punkte zurückzuführen:

      • Fehlende oder falsche Rücklaufanhebung
      • Falsche Einstellung der Regelung oder des Thermostates
      • Schlechte Brennstoffqualität (hohe Restfeuchte)

      Um der Sache auf den Grund gehen zu können, benötigen wir jedoch weitere Angaben. Bitte kontaktiere uns mit Heinweis auf diesen Blogeintrag unter der info@hark.de. Gib bitte Deine Auftragsnummer an und schicke uns nach Möglichkeit ein paar Fotos vom Anschluss direkt am Ofen und der gesamten Rohrleitungsführung bis zum Pufferspeicher. Wir werden uns dann bei Dir melden.

      Viele Grüße

      Joachim Zimmer

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