Kaminofen, Kamin- und Kachelöfen

Tipps & Tricks

Rueckstandsbildung_auf_Glasscheiben_06_2014

| 4 Kommentare

Autor: Michael Kozlowski

Ich bin Worldwideweb-User der ersten Stunde und arbeite seit über 20 Jahren für das Duisburger Traditionsunternehmen Hark. Ich schreibe hier zum Thema Kamine und Kachelöfen. Gerne greife ich Fragen oder Themenvorschläge von euch auf.

4 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Kozlowski,
    im Jahr 2001 wurde bei mir ein Hark Kamin mit Sichtscheibe errichtet, schon bei der Inbetriebnahme wurde festgestellt das die Glasscheibe schon nach wenigen Stunden anfängt zu verrußen. Nach einigen Monaten wurde eine Zusatzbelüftung vor bzw unter der Scheibe eingebaut–Kein Erfolg. Nach weiteren Monaten wurde eine Außenbelüftung hinter dem Kamin eingebaut–Kein Erfolg. Habe alle guten Ratschläge befolgt–Kein Erfolg. Der Kamin zieht optimal ab, dies kann mann am Funkenflug bei voller Sauerstoffzufuhr sehen. Doch die Scheibe verrußt nach wie vor, nach wenigen Stunden. Scheibe und Dichtungen wurden auch schon ausgewechselt, alles ohne Erfolg. Garantie natürlich schon lange abgelaufen, ich befasse mich mit dem Abriss. Ein optisch wunderschöner Kachelkaminofen, doch was nutzt das alles wenn die Flammen nur zu erahnen sind.
    MFG Reinhold Merker

    • Hallo Herr Reinhold,

      ich würde hier noch auf den Brennstoff oder die Brennstoffauflage tippen. Wenn alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind kommen nur noch die zwei Möglichkeiten in Frage. Die Selbstreinigungsfunktion der Scheiben hängt unter anderem von der erreichten Verbrennungstemperatur ab. Wird die Luftzufuhr zu früh gedrosselt, kommt es zum verrussen der Scheibe (der Heizeinsatz hat dann seine Betriebstemperatur noch nicht erreicht). Die Leistung sollte idealerweise über die Brennstoffauflage reguliert werden. Mit geöffneten Sekundärluftschieber müsste die Scheibe frei bleiben. Vielleicht liegt es am Brennstoff?. Der Feuchtigkeitsgehalt sollte unter 20% liegen. Das Holz sollte mit der Schnittfläche nicht zur Scheibe zeigen und keinesfalls behandelt sein (Farbe, Insektenschutz usw.).

      Viele Grüße
      Michael Kozlowski

  2. ….auf der Suche nach einer Problemlösung sind wir auch auf hiesigem Block gestoßen.
    Auch wir haben in diesem Jahr (2015) einen HARK Marmor-Eck-Kaminofen erworben und aufgebaut.
    – es fing an das wir 2x bei HARK waren weil 1. die Aufbaumaße so undeutlich / ungenau dargestellt waren, das wir diese erst einmal im Ausstellungsraum nachgemessen / verglichen haben. 2. das keine Abspannstange für den oberen Sims beigelegt war.
    – jetzt haben wir den Ofen schon mehrfach (bisher ca. 6-7x) betrieben.
    – bei den ersten 2x trat Staub (Rauch ?) aus den oberen Lüftungsschlitzen des oberen Aufbau`s, so das man im dunklen Raum deutlich den Lichtschein einer Taschenlampe darstellen konnte. Zudem roch es deutlich unangenehm.
    > dies haben wir, laut Bedienungsanleitung, auf das Ausbrennen der Farbe bzw. auf das Aufwirbeln des Reststaubs vom Aufbau im Kaminkörper geschoben.
    – seid dem 3./4. Anfeuern haben (hatten) wir keine derartige „Rauch / Staub Wolke“ mehr aus den Lüftungschlitten gehabt……zumindest bis gestern beim 6./7. befeuern. (da war es aber DEUTLICH geringer).

    So, jetzt zum schwärzen der Frontscheiben.
    – wir haben jetzt mit verschiedenen Brennstoffarten geheizt.
    a) kleingeschnittene UNBEHANDELTE Dachlatten aus früheren Holzdecken (nur die Latten, kein Paneelen !)
    b) Holzscheide aus dem Baumarkt
    c) Braunkohlebriketts (am Ende, über Nacht auf die vorhandene Glut)
    d) gepresste Holzbriketts
    – wir haben festgestellt:
    1.) die Schamotteplatten sind alle ab ca. einer Höhe von 10-15cm schwarz (und werden auch nur wieder hell, wenn ein Holzscheit genau daran liegt)
    2.) die Braunkohlebriketts (ca. 2-4 über Nacht) verursachen deutlich feststellbare Schwärzung der Scheiben.
    3.) die Holzlatten brennen super und relativ schnell weg.
    4.) die Holzscheide brennen deutlich langsamer … und teilweise bleibt die Rinde übrig (wie ausgehöhlt)
    5.) die gepressten Holzbriketts brennen super und sehr heiß.

    – keines der benutzen Brennstoffe hatte einen Feuchteanteil über 18% (wir haben einen Feuchtemessgerät)
    – der Primär- & der Sekundärluftschieber sind beim Anheizen beide auf !
    – den Primärluftschieber stellen wir, wenn die untersten Holzscheide anfangen zu brennen (ca. nach 30min) auf 50% (wenn der auf 0% steht, sieht man nach 2-3min Rauch aus den Holzscheiden austreten !)

    Wir müssen unsere Scheiben nach dem 2. , spätestens aber nach dem 3. x putzen – UND DAS KANN ES DOCH WOHL NICHT SEIN !?

    • Hallo Schröer,

      zur Rauch- und Geruchsentwicklung hast du ja selbst schon festgestellt, dass es am einbrennen des Lacks liegt. Das kann je nach Intensität der Erstbefeuerungen mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen.
      Die Selbstreinigungsfunktion der Brennraumauskleidung und die Scheibenreinigung benötigen eine Mindesttemperatur und setzen voraus, dass die Sekundärluft geöffnet ist. Beim Abbrand von Braunkohlebriketts wird aber eben diese geschlossen und die Scheibenspülung damit deaktivert. Braunkohle verbrennt auch mit einer geringeren Temperatur als Steinkohle oder Holz – so wird keine ausreichend hohe Temperatur für die Selbstreinigung erreicht.
      Holz verbrennt eigentlich von außen nach innen. Wenn die Rinde am Ende noch überbleibt, liegt das nicht am Heizeinsatz. Ich würde auf das Brennmaterial tippen.

      Meine Empfehlung: Nach erreichen der Betriebstemperatur mit Holz oder Holzbriketts (Scheiben sind klar, Feuerraumauskleidung ist weiß) die Primärluft (Die Luft die von unten zugeführt wird schließen). Jetzt mit der Sekundärluft das Flammenspiel so einstellen, dass die Flammen ohne schwarze Ränder langsam und gleichmässig bis an die Rauchgasumlenkplatte reichen (aber nicht hineinschlagen).
      Mit dieser Einstellung sollten Scheiben und Schamotte frei bleiben.
      Bei Braunkohle und Steinkohle funktioniert die automatische Scheibenreinigung nicht, da hier die Sekundärluft geschlossen wird und das Brenngut von unten über die Primärluft mit Sauerstoff versorgt wird.
      Die Leistung des Kamins wird über die Menge des aufgelegten Brennstoffs reguliert. Es ist nicht zu empfehlen die Leistungssteuerung über die Luftregler vorzunehmen. Dabei entsteht viel Ruß und die Umweltwerte verschlechtern sich entsprechend.

      Viele Grüße

      Michael Kozlowski

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