Kaminofen, Kamin- und Kachelöfen

Tipps & Tricks

Die richtige Entlüftung wasserführender Kaminöfen

Die richtige Entlüftung wasserführender Kaminöfen

| 12 Kommentare

Nach der Installation wasserführender Kamine oder Kaminöfen müssen diese zunächst regelmäßig entlüftet werden. Da man in diesem Zuge meist auch einen Pufferspeicher in seine Anlage integriert, kommt eine große Menge frisches, sauerstoffreiches Wasser dazu. Im Betrieb wird der Sauerstoff dann nach und nach ausgeschieden und sammelt sich dabei an den jeweils höchsten Punkten im System. Das können Heizkörper sein oder eben auch der Ofen. Da sich Umwälzpumpen in der Regel nicht selbst entlüften, kann sich auch dort Luft sammeln und Betriebsstörungen verursachen. Auch bei intensiver Nutzung des Ofens kann es notwendig sein, das System nach der Installation bis zu drei Monate lang regelmäßig zu entlüften.

Da es sich bei einer Heizungsanlage um ein geschlossenes System handelt, führt das Entlüften aber auch dazu, dass der Anlagendruck nach und nach sinkt. Es ist daher wichtig, speziell in diesem Zeitraum, den Anlagendruck regelmäßig zu prüfen und bei Bedarf zu erhöhen.

Funktion regelmäßig überprüfen

Wenn die Luft einmal komplett aus dem System heraus ist, kommt theoretisch auch keine neue mehr hinein. In der Praxis gibt es jedoch Betriebssituationen, die dafür sorgen, dass erneut Luft in das System gelangt. In Verbindung mit wasserführenden Kaminöfen oder wasserführenden Heizeinsätzen kann z.B. eine Überschreitung der vorgegebenen Auflagemenge an Holz dazu führen, dass die Wassertasche punktuell zu sieden anfängt (Blasenbildung). Abhängig vom Rohrmaterial und Rohrverbindungen kann durch Undichtigkeiten oder Diffusion Sauerstoff in das System gelangen. In diesem Zusammenhang ist es, gerade bei älteren Anlagen, wichtig, die Funktion der eingebauten Ausdehnungsgefäße regelmäßig zu überprüfen.

Wann müssen Kamine und Kaminöfen entlüftet werden?

Generell wird ein Entlüften notwendig, wenn im normalen Betrieb z.B. plätschernde Geräusche auftreten. Es ist empfehlenswert in diesem Zuge auch den notwendigen Systemdruck zu kontrollieren. Wird die Heizungsanlage und somit auch der Kaminofen mit zu wenig Wasser und dadurch zu geringem Druck betrieben, kommt es zu Betriebsstörungen.Es kann passieren, dass Heizkörper nicht mehr warm werden. Der wasserführende Kaminofen oder Heizeinsatz überhitzt, weil die Wärme nicht mehr abgeführt werden kann.

Wo muss die Entlüftungsmöglichkeit installiert werden?

Bei wasserführenden Kaminöfen und Heizeinsätzen ist in der Regel die Möglichkeit gegeben, einen Entlüfter direkt an der Wassertasche zu montieren. Wichtig ist, dass die Entlüftungsmöglichkeiten am Ofen oder Heizeinsatz auch der höchste Punkt sind. Kleinste Unebenheiten im Boden sorgen schon für ein Kontergefälle, mit der Folge, dass die Luft eben nicht mehr über die vorhandenen Entlüfter entweichen kann.

Tipp: Kaminofen kippen

Steht der Ofen schräg und die Leitungen weisen etwas Flexibilität auf, kann man eventuell Abhilfe schaffen, indem man kurzzeitig einen kleinen Keil unter die Rückseite des Kaminofens oder Kamins schiebt. Durch die leichte Neigung kann die eingeschlossene Luft in Richtung Entlüftungsventil fließen und dort abgelassen werden.

Ergänzend zu den Entlüftungsstopfen an den wasserführenden Kaminen oder Kaminöfen ist es sinnvoll, auch die Anschlussleitungen mit Entlüftungsmöglichkeiten zu versehen. Dies wird sogar zwingend notwendig, wenn die Rohrleitungsführung so verläuft, dass die Leitung erst nach oben, dann waagerecht zur Seite und dann wieder nach unten geführt wird. Im waagerechten Teil der Leitung müsste in diesem Fall eine Entlüftungsmöglichkeit vorgesehen werden. Ansonsten würde sich dort ein sogenannter „Luftsack“ bilden, der eine komplette Entlüftung unmöglich macht und so für dauerhafte Betriebsstörungen sorgt.

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Autor: Michael Kozlowski

Ich bin Worldwideweb-User der ersten Stunde und arbeite seit über 20 Jahren für das Duisburger Traditionsunternehmen Hark. Ich schreibe hier zum Thema Kamine und Kachelöfen. Gerne greife ich Fragen oder Themenvorschläge von euch auf.

12 Kommentare

  1. Kann ich das SV hinter dem Kaminofen nicht um 90° seitlich drehen, so dass der Austritt senkrecht nach unten zeigt. Ich würde einen Bogen in der Ausblaseleitung sparen und könnte im Keller einen mehr anbringen. damit würde der Ablauf günstiger. Danke.

    • Hallo Herr Weitner,

      die zulässige Einbaulage des Sicherheitsventils wird vom jeweiligen Hersteller vorgegeben. Ein senkrechter Einbau hat aber generell den Vorteil, dass sich in der Zuleitung, im Gegensatz zum waagerechten Einbau, keine Schmutzablagerungen ansammeln können.

      Viele Grüße
      Volker Cornelißen

  2. Interessanter Beitrag, mit einigen Infos die für mich neu waren, Danke

  3. Hallo,
    wir haben einen wasserführenden Kaminofen von Hark und nun ein kleines, hoffentlich nicht großes Problem.

    Nach dem Beheizen unseres Ofens am vergangenen Montag zieht dieser permanent Wasser (die Wasseruhr läuft ganz langsam, das Laufgeräusch ist am Ofen deutlich zu hören), was wir auch durch Entlüften nicht abstellen können. Was läuft hier falsch?
    Auch der Wasserdruck vom kompletten Heizungssystem sackt immer wieder ab.
    Das vom Ofen gezogene Wasser scheint aber im System zu viel zu sein, da der Überlauf auch konsequent Wasser in den Abfluß entsorgt.

    Wir hoffen, daß Sie uns helfen können.

    Mit freundlichem Gruß
    A. Kühn
    (Es handelt sich um den 34 WW)

    • Hallo Andrea,

      das hört sich ganz nach einer Notkühlungsauslösung an! Die Thermische Ablaufsicherung hat wegen überhöhter Temparatur ausgelöst!
      Dabei wird sehr wahrscheinlich ein Schmutzpartikel hängen geblieben sein! D.h. man sollte probieren, diese Verunreinigung durch „Spülen“ des Ventils (manuelle Betätigung) zu beseitigen! Bei der Notkühlung wird Trinkwasser zum Kühlen verwendet und dann in den Abfluss gespült.
      Da dieses Ventil undicht oder verschmutzt zu sein scheint, bewegt sich die Wasseruhr und es tropft am Abfluss!

      Allerdings erklärt das nicht den Wasserverlust in der Heizungsanlage! Am Ofen sitzt ein Sicherheitsventil, welches bei einem Druck von ca 2,5 Bar auslöst! Auch dieses kann man durch Anlüften spülen um damit den Schmutz herausbekommen!

      Viele Grüße

      Michael Kozlowski

  4. Bei meinem Hark 16WW GT kommt es zu pfeif und zischgeräuschen beim beheizten habe schon mehrmals entlüftet auch mit Keil nach vorne gekippt
    keine Besserung was kann ich noch tun??

    • Hallo Herr Butzküven,

      in der Bedienungsanleitung zum Ofen finden Sie im Regelfall eine Angabe dazu, bei welcher stündlichen Auflagemenge an Brennstoff der Ofen seine Nennwärmeleistung erreicht. Wenn diese deutlich überschritten wird, kommt es zu den beschriebenen Geräuschen.

      Viele Grüße

      Volker Cornelißen

  5. Hallo

    kann es sein das nicht jeder wasserführende ofen solch ein entlüftungsventiel hat? ich habe oft sehr laute plätschergeräusche und die thermische sicherung löst beinahe täglich aus. denke wegen der luft im ofen.

    grüße

    • Hallo tassilo,

      eigentlich hat jeder Ofen eine Entlüftungsmöglichkeit. Bei einer entsprechenden Verrohrung könnte die Entlüftung sich auch am Rohr befinden. Das Auslösen der Ablaufsicherung kann durchaus mit der Luft im Ofen zusammenhängen. Wenn durch die Luft im System eine Zirkulation beeinträchtigt wird, überhitzt der Ofen und die thermische Ablaufsicherung tut was sie soll: Den Ofen mit Frischwasser kühlen.
      Einen Versuch wäre es, den Ofen mit einem kleinen Keil etwas schräg zu stellen. Vielleicht hilft das.

      Viele Grüße

      Michael Kozlowski

  6. Hallo Herr Kozlowski,
    es scheint ja doch ein allgemeines Problem zu sein, einen Hark- Kamin mit Wassertasche zuverlässig und dauerhaft zu entlüften. Wir haben seit ca. zwei Jahren
    einen Hark 88WW. Die regelmäßige Entlüftung wird langsam nervend. Gerade wenn man es sich gemütlich machen möchte, fängt der Kamin an zu gurgeln. Gibt es für diesen Kamin nicht so etwas wie eine automatische Entlüftung, so dass mann nur ab und an den Wasserdruck ( ca. 1,5 bar) kontrollieren braucht ? Das wäre mal eine tolle Sache.

    Viele Grüße
    Sabine

    • Hallo Frau Böhme,

      wenn eine regelmäßige Entlüftung notwendig ist, muss zuerst geklärt werden woher die Luft stammt. In der Regel ist ein Heizungskreislauf ein geschlossener Kreislauf. Die Luft im System sollte nach relativ kurzer Betriebszeit abgeschieden sein. Wenn es immer wieder zu Gurgelgeräuschen kommt, muss an irgendeiner Stelle Luft ins System gelangen. Wenn sich das nicht abstellen lässt gibt es noch sogenannte Luftabscheider. Diese scheiden die Luft permanent aus dem System ab und müssen wesentlich seltener entlüftet werden als eine Heizkörper oder Ofen. Die Luftabscheider können an beliebiger Stelle im Heizungskreislauf montiert werden. Die automatischen Entlüfter sind erfahrungsgemäß häufig defekt. Eine andere Möglichkeit wäre die Größe des Ausdehnungsgefäßes. Ist es zu klein, kommt es auch häufiger zur Geräuschbildung.

      Viele Grüße

      Michael Kozlowski

      • Hallo,
        danke für den Tipp, ich werde mit dem Installateur meines Vertrauens darüber sprechen.
        Sicherlich bis später.
        Ein schönes Wochenende wünscht
        Sabine

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